Beobachtungen eines Mannes der nur nach Hause wollte

BEOBACHTUNGEN EINES MANNES, DER EIGENTLICH NUR NACH HAUSE WOLLTE

Eine kleine Reise durch Deutschland, seine Bahnhöfe, seine Züge und seine Bewohner Satirische Reisebeobachtungen

Der Tag begann mit einem Fehler meinerseits Ich war zu früh.

Was, wie Menschen, die mich kennen, bestätigen können, keineswegs immer vorkommt. Mein Termin zur Rückgabe meines Leasingfahrzeugs war um 12 Uhr. Um 11:10 Uhr betrat ich das Übergabebüro.

„Sind Sie der 11-Uhr-Termin?“

Nein.

Ich erklärte, dass ich der 12-Uhr-Termin sei. Die Reaktion ließ mich kurz darüber nachdenken, ob das Erscheinen 50 Minuten vor einem vereinbarten Termin möglicherweise einen bislang unbekannten Straftatbestand erfüllt.

„Mein Termin ist um zwölf. Ich bin nur etwas früher da. Ist das ein Problem?“ Offenbar irgendwie schon.

Kein Problem, sagte ich. Dann würde ich einfach wieder gehen und um exakt 12 Uhr erneut durch diese Tür kommen.

Das veränderte die Situation.

Plötzlich wurde die Dame freundlicher. Ich durfte bleiben.

Mehr noch: Ich wurde gefragt, ob ich bei der Begutachtung meines Fahrzeugs anwesend sein wolle oder es einfach abgeben möchte. Ich hatte mich ohnehin für Letzteres entschieden. Ein Gutachten wird schließlich nicht objektiver, nur weil der bisherige Fahrer danebensteht und das Fahrzeug durch konzentriertes Anschauen moralisch unterstützt.

Also Schlüssel abgegeben, Formalitäten erledigt.

Zum Abschied bekam ich sogar noch ein Lob: Ich hätte auf diesem unübersichtlichen Gelände tatsächlich einen Parkplatz gefunden.

Für mein Auto. Das ich dort abgeben sollte.

Ich nahm das Kompliment dankend entgegen. Der Tag war schließlich noch jung.

Ab jetzt übernimmt die Deutsche Bahn

Mein Plan für die Heimfahrt war eigentlich hervorragend. Das dachte ich jedenfalls, bis mir die Bahn mitteilte, dass meine gebuchte Verbindung ausfällt.

Nun war das zunächst erstaunlicherweise gar kein Problem. Ich war früh dran. Ihr erinnert euch: mein Fehler vom Vormittag.

Also App geöffnet, Verbindungen geprüft und festgestellt, dass ich einfach eine frühere Regionalbahn nach Lutherstadt Wittenberg nehmen und dort einen anderen ICE erwischen konnte.

Das gefiel mir. Problem erkannt. Alternative gefunden. Eigeninitiative gezeigt. Fast war ich ein wenig stolz auf mich.

Also hinein in die Regionalbahn. Und dann geschah etwas, womit ich nicht gerechnet hatte: Wir waren pünktlich.

Ich begann bereits, mein Verhältnis zur Deutschen Bahn grundsätzlich zu überdenken. Vielleicht war all die Kritik unfair. Vielleicht muss man diesem komplexen System einfach mit etwas Flexibilität begegnen. Vielleicht funktioniert Bahnfahren hervorragend, wenn der Fahrgast bereit ist, selbst mitzudenken.

Dann erreichten wir die vorletzte Haltestelle. Und blieben stehen. Fünf Minuten. Damit uns zwei andere Züge überholen konnten.

Das muss man zunächst verstehen. Mein ursprünglicher Zug war ausgefallen. Daraufhin hatte ich eigenständig eine frühere Verbindung gesucht. Diese fuhr pünktlich. Und kurz vor meinem Anschluss wurde sie angehalten, damit andere Züge zuerst fahren konnten.

„Achtung! Fahrgast hat sein Problem selbstständig gelöst.“

„Ist das zulässig?“

„Offenbar.“

„Und er könnte seinen Anschluss erreichen?“

„Sieht momentan danach aus.“

„Dann lassen Sie erst einmal zwei andere Züge vorbei.“

Willkommen in Wittenberg

Irgendwann erreichte ich Lutherstadt Wittenberg. Mein neuer ICE sollte ungefähr eine Stunde später fahren.

Eine Stunde Aufenthalt ist eine wunderbare Gelegenheit, einen deutschen Bahnhof näher kennenzulernen. Man sollte das öfter tun.

Zunächst die Toilette. Ein Euro. Grundsätzlich bin ich durchaus bereit, einen Euro für eine saubere Bahnhofstoilette zu bezahlen. Die Betonung liegt auf sauber.

In Wittenberg schien der Euro eher als Eintrittsgeld für eine persönliche Grenzerfahrung verstanden zu werden.

Immerhin gab es noch ein Toilettenhaus im Außenbereich. Das war geschlossen. Wegen Vandalismus.

Im Wartebereich des Bahnhofs entdeckte ich Steckdosen. Genauer gesagt entdeckte ich die Stellen, an denen offenbar einmal Steckdosen gewesen waren. Sie waren herausgerissen. Die Infrastruktur ist grundsätzlich vorhanden. Von einer Benutzung wird allerdings abgeraten.

Man könnte nun ausschließlich die Bahn dafür verantwortlich machen. Das wäre allerdings unfair. Denn zumindest bei herausgerissenen Steckdosen und vandalisierten Toiletten besteht die begründete Vermutung, dass die Deutsche Bahn ihre Mitarbeiter nicht morgens losschickt und sagt: „Klaus, heute bitte Gleis 3. Zwei Steckdosen rausreißen und anschließend die Toilette demolieren.“

An manchen Dingen sind wir Fahrgäste offenbar durchaus selbst beteiligt. Auch das gehört zur Wahrheit.

Sicherheit durch Gewöhnung

Ich setzte mich auf eine Bank am Bahnsteig. Dann donnerte ein Güterzug durch den Bahnhof. Und wenn ich „donnerte“ sage, meine ich nicht: Er fuhr vorbei. Er donnerte. Ungefähr zwei Minuten später meldete sich die Lautsprecheranlage: „Achtung an Gleis 2. Ein Zug fährt durch.“

Ich fand das fürsorglich. Etwas spät vielleicht. Aber immerhin wusste ich jetzt nachträglich, was dieses gewaltige Rauschen gewesen war.

Danach wurde das Verfahren offenbar optimiert. Weitere Züge rauschten durch den Bahnhof. Keine Durchsage mehr.

Vielleicht hatte man erkannt, dass verspätete Warnungen keinen wesentlichen Sicherheitsgewinn bringen. Oder man vertraute inzwischen auf die Lernfähigkeit des Fahrgastes. Wer den ersten Zug überlebt hat, kennt schließlich das Prinzip.

Die Deutsche Bahn erklärt die Deutsche Bahn

Zwischendurch kam eine Durchsage zu einem ICE. Er werde ungefähr 30 Minuten später eintreffen.

Der Grund: Der Zug sei 30 Minuten verspätet bereitgestellt worden.

Ich dachte darüber eine Weile nach. Das ist eine bemerkenswert vollständige Erklärung. Warum ist der Zug 30 Minuten zu spät? Weil er 30 Minuten zu spät da war. Damit war die Sache geklärt.

Manchmal suchen wir Menschen viel zu kompliziert nach Ursachen. Die Bahn zeigt, dass es auch einfacher geht.

Später sollte mein Regionalexpress übrigens ebenfalls Verspätung haben. Grund: „Verspätung des Vorzuges.“

Aha. Man muss nicht alles verstehen. Manchmal genügt es, informiert zu sein.

Grundbedürfnisse werden überschätzt

Auf der Informationstafel erschien irgendwann noch der Hinweis, dass bei einem ICE Richtung Hamburg die Universaltoilette nicht zur Verfügung stehe.

Auch das ist eine bemerkenswert relevante Reiseinformation. Früher dachte ich, Menschen würden ihre Zugverbindung anhand von Abfahrtszeit, Fahrtdauer, Umstiegen und Preis auswählen. Heute weiß ich: Es gibt weitere Kriterien.

„Schatz, sollen wir den ICE um 14:32 Uhr nehmen?“

„Keine Ahnung. Was sagt die Universaltoilette?“

Fairerweise muss man sagen: Es ist gut, dass solche Informationen angezeigt werden. Vor allem wenn man bedenkt, dass die Alternative möglicherweise die Bahnhofstoilette für einen Euro ist.

Zwischenzeitlich wurde ich Gepäckaufbewahrung

Während ich auf meiner Bank saß, kam eine junge Frau auf mich zu. Mit ausgeprägtem Berliner Dialekt fragte sie, ob sie sich zu mir setzen dürfe.

Natürlich. Die Bank gehörte schließlich weder mir, noch war mir bekannt, dass die Bahn inzwischen Reservierungen für Bahnsteigbänke anbietet.

Nach einer Weile stand sie wieder auf. Sie wollte rauchen. Ihr Gepäck blieb da. Bei mir. Keine langwierige Sicherheitsprüfung, keine Personalienaufnahme, kein Pfandschein. Sinngemäß nur: „Ick lass dit mal hier.“

Offenbar hatte ich innerhalb weniger Minuten einen derart vertrauenswürdigen Eindruck hinterlassen, dass mir fremdes Reisegepäck zur Betreuung übergeben werden konnte. Ich betrachtete die Taschen.

„Explodiert das jetzt gleich?“

Sie hielt das offenbar für eher unwahrscheinlich.

Also blieb ich sitzen. Neben fremdem Gepäck. Während hinter mir Züge ohne Warnung durch den Bahnhof donnerten.

Und zum ersten Mal an diesem Tag hatte ich das Gefühl: Hier funktioniert etwas auf Vertrauensbasis.

Eine staatsrechtliche Frage

Meine vorübergehende Kundin erzählte mir anschließend, sie wolle nach Coburg.

„Das ist ja in Bayern“, stellte sie fest.

Ich ließ das zunächst so stehen.

Zugegeben: Coburg liegt in Oberfranken. Und Oberfranken gehört tatsächlich zu Bayern.

Historisch betrachtet ist die Sache allerdings etwas komplizierter.

Und wer Franken kennt, weiß: Gut hundert Jahre sind bei Fragen der Zugehörigkeit noch lange

keine ausreichende Eingewöhnungszeit.

Ob die Coburger selbst den Satz „Coburg liegt in Bayern“ mit derselben Begeisterung

unterschreiben würden, wollte ich deshalb nicht vertiefen.

Wir hatten beide noch eine längere Zugfahrt vor uns. Da sollte man nicht zusätzlich eine

Verfassungskrise auslösen.

Der Deutsche und sein Rucksack

Nach längerer Zeit auf dem Bahnsteig begann ich, meine Umgebung wissenschaftlich zu beobachten.

Wann eigentlich sind wir Deutschen ein Volk von Rucksackträgern geworden? Überall Rucksäcke. Große. Kleine. Sportliche. Urbane. Outdoor-Rucksäcke, deren Besitzer aussahen, als wollten sie unmittelbar nach Verlassen des Bahnhofs den Himalaya überqueren. Zugegeben: Ich befand mich an einem Bahnhof. Wissenschaftlich betrachtet könnte meine Stichprobe deshalb eine gewisse Verzerrung aufweisen.

Andererseits liefen erstaunlich viele Menschen mit Rucksack durch den Bahnhof, die offenbar überhaupt keinen Zug nehmen wollten. Sie kamen irgendwoher, durchquerten entschlossen den Bahnsteig und verschwanden irgendwohin. Mit Rucksack.

Vielleicht ist der Rucksack inzwischen gar kein Reisegepäck mehr. Vielleicht gehört er zur deutschen Grundausstattung.

Schlüssel. Handy. Geldbeutel. Rucksack.

Man weiß schließlich nie, wann spontan eine mehrtägige Wanderung, eine Evakuierung oder eine Fahrt mit der Deutschen Bahn erforderlich wird.

Für Letzteres empfiehlt es sich ohnehin, ausreichend Proviant und Wechselwäsche mitzuführen.

Die Wiederherstellung des ursprünglichen Fahrplans

Während meiner ethnologischen Untersuchungen geschah etwas Bemerkenswertes. Der ICE, den ich als Ersatz für meinen ausgefallenen ICE ausgewählt hatte, sammelte Verspätung. Minute um Minute. Bis er schließlich ungefähr zu der Uhrzeit fahren sollte, zu der mein ursprünglich gebuchter – und inzwischen gestrichener – Zug vorgesehen gewesen war. Ich musste das kurz verarbeiten.

Ich hatte also nach dem Zugausfall sofort reagiert. Eine frühere Verbindung gesucht. War früher losgefahren. Hatte meine Route geändert. War mit der Regionalbahn nach Wittenberg gefahren. Hatte dort eine Stunde verbracht. Toiletten geprüft. Steckdosen inventarisiert. Güterzüge beobachtet. Eine Gepäckaufbewahrung betrieben. Die staatliche Zugehörigkeit Coburgs diskutiert. Und eine empirische Untersuchung über deutsche Rucksackträger begonnen. Das Ergebnis: Ich fuhr ungefähr zur ursprünglich vorgesehenen Zeit weiter.

Man muss der Deutschen Bahn eines lassen: Der Fahrgast darf improvisieren, wie er möchte. Am Ende wird der ursprüngliche Zeitplan wiederhergestellt.

Erste Klasse – Weiterbildung inklusive

Dann kam tatsächlich mein ICE. Ich stieg ein. Und ich hatte einen Platz. Nach den Erfahrungen der vergangenen Stunden empfand ich das bereits als ausgesprochen großzügige Wendung der Handlung.

Einmal musste ich meinen Sitzplatz wechseln. Völlig in Ordnung. Ich hatte inzwischen gelernt, meine Ansprüche an einen erfolgreichen Reisetag flexibel zu gestalten. Interessanter waren ohnehin meine Mitreisenden. In der ersten Klasse saßen naturgemäß einige Geschäftsreisende.

Und ich entdeckte einen Service, mit dem die Deutsche Bahn meines Wissens gar nicht wirbt: Kostenlose berufliche Weiterbildung.

Nach einiger Zeit war ich erstaunlich gut darüber informiert, womit sich verschiedene Unternehmen beschäftigen. Insbesondere meine Kenntnisse über aktuelle Themen der Pharmaindustrie konnte ich erheblich erweitern.

Nicht weil ich jemanden belauscht hätte. Das war gar nicht notwendig. Die Informationen wurden in einer Lautstärke zur Verfügung gestellt, die eigene Recherche überflüssig machte. Telefonate. Videokonferenzen. Projekte. Probleme. Namen. Zuständigkeiten. Ich möchte das nicht falsch verstanden wissen. Ich finde es großartig, dass so etwas heute technisch möglich ist. Man sitzt mit hoher Geschwindigkeit in einem Zug irgendwo zwischen Wittenberg und Nürnberg und nimmt gleichzeitig an einer Videokonferenz mit Kollegen teil. Das ist Fortschritt.

Ich persönlich würde allerdings in einem voll besetzten Zug bestimmte geschäftliche Gespräche eher nicht führen. Nicht nur wegen Datenschutz, Geschäftsgeheimnissen oder Diskretion. Sondern aus einem ganz praktischen Grund: Nach zwei Stunden kennt das halbe Abteil das Projekt – aber niemand wurde zum Meeting eingeladen.

Vielleicht könnte die Bahn daraus ein zusätzliches Geschäftsmodell entwickeln: 1. Klasse Business Plus. WLAN. Steckdose. Getränk am Platz. Und branchenübergreifende Fortbildung durch andere Fahrgäste.

Montag: Pharmaindustrie. Dienstag: Unternehmensberatung. Mittwoch: IT. Donnerstag: Restrukturierung. Freitag: Personalabbau.

Teilnahmebescheinigung auf Wunsch im Bordbistro.

Menschen, die den Laden am Laufen halten

Irgendwann kam ich tatsächlich in Nürnberg an. Und dort begegnete mir noch eine Zugbegleiterin, die erwähnt werden muss.

Sie versuchte mit beeindruckendem Engagement, das Chaos auf dem Bahnsteig zu organisieren. Verspätungen. Anschlüsse. Unsichere Fahrgäste. Fragen. Noch mehr Fragen. Und sie blieb dabei engagiert und freundlich.

Das gehört ebenfalls zu diesem Tag.

Denn es wäre einfach, über „die Bahn“ zu schimpfen und dabei zu vergessen, dass dort Menschen arbeiten, die viele dieser Probleme weder verursacht haben noch lösen können. Sie stehen anschließend vor uns Fahrgästen und müssen erklären, was gerade passiert. Oder manchmal auch, warum niemand genau weiß, was gerade passiert.

Und manche machen das verdammt gut.

Mein Bustaxi und ich

Für die letzte Etappe meiner Reise hatte ich vorsorglich ein Bustaxi organisiert. Eine gute Idee. Theoretisch.

Ich bestellte es. Dann änderte sich meine Zugverbindung. Also stornierte ich. Später bestellte ich wieder. Dann änderte sich die Zugverbindung erneut. Also stornierte ich wieder.

Irgendwann hatte ich das Gefühl, dass mein Verhältnis zu diesem Taxiunternehmen langsam erklärungsbedürftig wurde.

„Guten Tag, ich würde gerne ein Taxi bestellen.“

„Natürlich.“

„Aber hängt emotional bitte nicht zu sehr an der Buchung.“

Am Ende entschied ich mich für ein normales Taxi. Nicht besonders spektakulär. Aber es verfügte über einen Wettbewerbsvorteil, dessen Bedeutung ich an diesem Tag völlig neu bewerten gelernt hatte: Es war da.

Kurz vor dem Ziel: Wer bist du eigentlich?

Zuvor saß ich allerdings noch im Regionalzug. Inzwischen lagen gefühlt 500 oder 600 Bahnkilometer hinter mir. Mehrere Züge. Eine ausgefallene Verbindung. Ersatzverbindungen. Verspätungen. Wittenberg. Nürnberg.

Während dieser gesamten Reise hatte sich praktisch niemand dafür interessiert, ob ich eigentlich eine Fahrkarte besitze.

Dann, kurz vor dem Ziel: Fahrkartenkontrolle. Natürlich. Und den Ausweis bitte auch. Selbstverständlich.

Nach einem ganzen Tag hatte die Deutsche Bahn nun offenbar abschließend festgestellt: Bevor wir diesen Mann nach Hause lassen, sollten wir wenigstens noch klären, wer er eigentlich ist.

Ich konnte beides vorweisen. Damit waren die letzten bürokratischen Zweifel an meiner Existenz beseitigt.

Am Ende

Irgendwann am Abend war ich tatsächlich zu Hause.

Das Auto war abgegeben. Die Züge lagen hinter mir. Mein Bustaxi hatte ich zweimal bestellt und zweimal wieder storniert.

Über die Pharmaindustrie wusste ich mehr als am Morgen. Über Rucksäcke hatte ich neue Theorien entwickelt. Ich wusste, dass Warnungen vor durchfahrenden Güterzügen grundsätzlich auch nach deren Durchfahrt noch möglich sind.

Ich hatte gelernt, dass ein Zug 30 Minuten Verspätung haben kann, weil er 30 Minuten verspätet bereitgestellt wurde.

Coburg lag weiterhin in Bayern, wenn auch möglicherweise unter Vorbehalt. Und irgendwo in Deutschland wusste die Deutsche Bahn jetzt sogar, wer ich war.

Ich stellte meine Sachen ab und dachte über diesen Tag nach.

Eigentlich hatte ich morgens nur ein Auto abgeben und anschließend nach Hause fahren wollen. Und streng genommen hatte alles funktioniert. Das Auto war abgegeben. Ich war zu Hause. Man muss deshalb fair bleiben:

Die Reise hat funktioniert.

Man sollte bei der Deutschen Bahn nur nicht den Fehler machen, diesen Begriff unnötig eng zu definieren.

Mehr satirische Alltagsmomente entdecken

Ähnliche Beiträge

Schreibe einen Kommentar