Wenn das Licht den Nebel findet
Zwischen Licht und Stille · Fotografie

Oberhalb von Kirchensittenbach, auf der Hochfläche in Richtung Siegersdorf, gibt es Wege, die ich mit Ivan immer wieder gerne gehe.
Die Landschaft ist offen, dazwischen stehen einzelne Bäume und kleinere Waldstücke. Je nach Tageszeit und Wetter sieht es dort jedes Mal ein wenig anders aus.
Es war noch früh am Morgen.
Über der Wiese lagen Nebelschwaden, die sich langsam hoben. Die tief stehende Sonne schickte ihre Strahlen zwischen den Bäumen hindurch. Im Nebel wurden sie sichtbar und zeichneten helle Bahnen über das Gras.
Fast sah es so aus, als würde sich das Sonnenlicht in der Wiese spiegeln.
Zumindest hat meine Kamera es so eingefangen.
Ich habe mehrere Aufnahmen gemacht, in unterschiedlichen Farbeinstellungen und auch in Schwarz-Weiß. Denn manchmal weiß ich beim Fotografieren noch gar nicht genau, welche Variante später diejenige sein wird, die mir am besten gefällt.
Die Schwarz-Weiß-Aufnahme hatte schließlich etwas Besonderes.
Ohne die Farben traten die Sonnenstrahlen deutlicher hervor. Die dunklen Bäume bildeten einen natürlichen Rahmen, während das Licht auf der Wiese beinahe zu leuchten begann.
Bei der anschließenden Bildbearbeitung habe ich diese Wirkung noch verstärkt.
Ich bin kein professioneller Fotograf. Und ich versuche auch nicht, einer zu sein.
Mich interessiert vielmehr, ob es gelingt, eine bestimmte Stimmung festzuhalten.
Dabei habe ich festgestellt, dass gerade die später sehr dunkel wirkenden Bilder häufig bei guten Lichtverhältnissen entstehen. Entscheidend ist, dass möglichst viele Details in den hellen und dunklen Bereichen erhalten bleiben. Dann kann man anschließend mit den Kontrasten spielen.
Das fertige Foto zeigt deshalb nicht unbedingt die Helligkeit, die an diesem Morgen tatsächlich herrschte.
Aber es zeigt ziemlich genau das, was mich dazu gebracht hat, stehen zu bleiben und die Kamera herauszuholen.
Und darum geht es mir beim Fotografieren eigentlich.
Ein Blick hinter die Aufnahme
Die Aufnahme entstand bei Tageslicht. Für die endgültige Fassung habe ich mich für Schwarz-Weiß entschieden und anschließend die Tonwerte und Kontraste bearbeitet.
Dabei wurden die dunklen Bereiche stärker betont, während die Sonnenstrahlen und die helleren Bereiche der Wiese ihre Wirkung behalten sollten.
Die Bearbeitung soll nicht die ursprüngliche Lichtsituation exakt wiedergeben, sondern die Stimmung des Augenblicks hervorheben.
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